German poem
Durch Erd' und Himmel leise
by Emanuel Geibel (1815–1884)
Durch Erd' und Himmel leise Hinflutet eine Weise Wie sanftes Harfenwehn, Die jedem Dinge kündet, Wozu es ward gegründet, Woran es soll vergehn.
Sie spricht zum Adler: »Dringe Zur Sonne, bis die Schwinge Dir trifft ein Wetterschlag!« Spricht zu den Wolken: »Regnet, Und wenn die Flur gesegnet, Zerrinnt am goldnen Tag!«
Sie spricht zum Schwan: »Durchwalle Die Flut und dann mit Schalle Ein selig Grab erwirb!« Sie spricht zur Feuernelke: »In Duft glüh' auf und welke!« Zum Weibe: »Lieb' und stirb!«