Versos German Emil Barthel Grüssen lassen

German poem

Grüssen lassen

by (1835–1906)

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Leise zieht durch mein Gemüt Liebliches Geläute; Mittagsglocken-Ton erklingt Hell von jeder Seite.

Geht ein schmucker Leutenant Linden lang spazieren, Röschen muss der Zufall ihm Grad entgegen führen.

Leutnant, dem wie Wasser sonst Redensblumen spriessen, Sagt, um doch nicht stumm zu sein: »Fräulein, soll Sie grüssen!«

»Grüssen mich?« schön Röschen fragt, Hemmend ihre Schritte, »Wer hat meiner wohl gedacht? Sprechen Sie, ich bitte!«

»Fräulein«, sagt der Leutenant, Schlenkernd seine Beine, »Wer galant Sie grüssen lässt? Nun denn: Heinrich Heine.«

»Heinrich Heine? Wenn ich nur Recht verstanden habe! Heinrich Heine, werter Herr, Ruht ja längst im Grabe!«

Seines Schnurrbarts Spitzen dreht Leutenant gewichtig, Und sagt dann voll Majestät: »Fräulein, das ist richtig.

Doch er sagt in einem Lied, Einem zarten, süssen: Wenn Du eine Rose siehst, Sag’, ich lass sie grüssen!« –