German poem
Gleichwie der Regen und Schnee vom Himmel fällt
by Erdmann Neumeister (1671–1756)
Dominica Sexagesimae.
„Gleich wie der Regen und Schnee vom Himmel fällt.“
SINFONIA.
RECITATIVO. Gleich wie der Regen und Schnee vom Himmel fällt und nicht wieder dahin kommet, sondern feuchtet die Erde, und macht sie fruchtbar und wachsend, dass sie giebt Saamen zu säen und Brot zu essen: also soll das Wort, so aus meinem Munde gehet, auch sein; es soll nicht wieder zu mir leer kommen, sondern thun, das mir gefället, und soll ihm gelingen, dazu ich’s sende.
Mein Gott, hier wird mein Herze sein, ich öffne dir’s in meines Jesu Namen: so ströme deinen Saamen, als in ein gutes Land hinein. Mein Gott, hier wird mein Herze sein, lass solches Frucht und hundertfältig bringen. O Herr, Herr, hilf! o Herr, lass wohl gelingen. Du wollest deinen Geist und Kraft zum Worte geben, erhör’ uns, lieber Herre Gott!
Nun wehre, treuer Vater, wehre, dass mich und keinen Christen nicht des Teufels Trug, des Teufels Trug, des Teufels Trug verkehre. Sein Sinn ist ganz dahin gericht, uns deines Rathes zu berauben mit aller Seligkeit, mit aller Seligkeit, den Satan unter unsre Füsse treten, erhör’ uns, lieber Herre Gott!
Ach! Viel’ verläugnen Wort und Glauben und fallen ab, wie faules Obst, wenn sie Verfolgung sollen leiden. So, so, so stürzen sie in ewig Herzeleid, da sie ein zeitlich Weh vermeiden, und uns für des Türken und des Pabst’s grausamen Mord und Lästerungen, Wüthen und Toben väterlich behüten, erhör’ uns, lieber Herre Gott!
Ein Andrer sorgt nur für den Bauch; inzwischen wird der Seele ganz vergessen. Der Mammon auch hat Vieler Herz besessen. So kann das Wort zu keiner Kraft gelangen. Und wie viel Seelen hält die Wollust nicht gefangen! So sehr verführet sie die Welt, die Welt, die ihnen muss anstatt des Himmels stehen, darüber sie vom Himmel irre gehen, darüber sie vom Himmel irre gehen, vom Himmel irre gehen, alle Irrige und Verführte wiederbringen. Erhör’ uns, lieber Herre Gott!
ARIA. Mein Seelenschatz ist Gottes Wort, mein Seelenschatz ist Gottes Wort; ausserdem sind alle Schätze solche Netze, welche Welt und Satan stricken, schnöde Seelen zu berücken. Mein Seelenschatz ist Gottes Wort; ausserdem sind alle Schätze solche Netze, welche Welt und Satan stricken, schnöde Seelen zu berücken. Fort mit allen, fort, nur fort, fort mit allen, fort, nur fort, mein Seelenschatz ist Gottes Wort; fort mit allen, fort, nur fort, fort mit allen, fort, nur fort, mein Seelenschatz ist Gottes Wort; fort mit allen, fort, nur fort, fort mit allen, fort, nur fort, mein Seelenschatz ist Gottes Wort; fort, nur fort, fort mit allen, fort, nur fort, mein Seelenschatz ist Gottes Wort.
CHORAL. Ich bitt’ o Herr, aus Herzens Grund, du wollst nicht von mir nehmen dein heil’ges Wort aus meinem Mund; so wird mich nicht beschämen mein’ Sünd’ und Schuld, denn in dein’ Huld setz’ ich all mein Vertrauen. Wer sich nur fest darauf verlässt, der wird den Tod nicht schauen.