Versos German Erich Mühsam Der für die Menschheit starb

German poem

Der für die Menschheit starb

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Dezember 1916

Soll niemals denn der stille Stern des Friedens wieder leuchten, wo alle Menschen doch so gern das Dunstgewölk verscheuchten? Soll immer denn der blutige Strom das Glück der Welt verheeren? Steht nirgendwo ein Gottesdom, der Todesflut zu wehren? Starb nicht dereinst am Kreuz ein Mann, die Menschheit vom Bösen, von Neid und Haß und Teufelsbann für immer zu erlösen? – O Jesus, hör! Die Menschheit weint und fleht um deinen Segen. Barhäuptig neigen Freund und Feind sich dir auf allen Wegen. Tönt Antwort von dem Kruzifix? Mir scheint, das Bild hat Leben. Die Augen seh ich zornigen Blicks sich übers Land erheben ... Schweigt! Eure Demut ist zu klug! Ich helfe nicht zum Siege. Was schert’s mich, wer mit Lug und Trug gewinn’ und unterliege? Der für die Menschheit starb, bereut’s! Spart euch Gebet und Klage! Schlagt ihr doch euern Gott ans Kreuz mit jedem neuen Tage!