German poem
Für Theodor Körner’s Pflegerin
by Ernst Keil (1859–1936)
Heil Dir, dem braven Mütterlein, Dem liebvollen, greisen, Das einst ihm hat so wohl gethan, Dem Sänger goldner Weisen, Dem Sänger unsres Vaterlands, Der gottgeweihten Lieder, Die uns in schmerzbewegter Brust Noch heute tönen wieder!
Heil Dir, Du Samariterherz, Das so getreu ihn pflegte, Und auf die heißen Wunden ihm Der Kühlung Balsam legte! Nur um sein Leben still besorgt, Dir vor Gefahr nicht bangte, Bis seiner Rettung sichern Port Er bei dem Freund erlangte. Ich grüße Dich, Mütterlein. Er liegt auf Mecklenburger Grund, Der süße deutsche Liedermund, Den Du gepflegt so fein.
Drum grüßt Dich Mecklenburg Durch mich mit Herzensinnigkeit, Du Zeugin großer deutscher Zeit, Einst unseres Sängers Burg.
Gott segn’ Dir Seel’ und Leib! Und gehst Du eher heim, als ich, Den schönsten Gruß von mir ihm sprich, Du edles, deutsches Weib.