German poem
Mittag
by Ernst Stadler (1883–1914)
Der Sommermittag lastet auf den weißen Terrassen und den schlanken Marmortreppen die Gitter und die goldnen Kuppeln gleißen leis knirscht der Kies. Vom müden Garten schleppen
sich Rosendüfte her wo längs der Hecken der schlaffe Wind entschlief in roten Matten und geisternd strahlen zwischen Laubverstecken die Götterbilder über laue Schatten.
Die Efeulauben flimmern. Schwäne wiegen und spiegeln sich in grundlos grünen Weihern und große fremde Sonnenfalter fliegen traumhaft und schillernd zwischen Düfteschleiern.