German poem
Bei Bechlarn
by Felix Dahn (1834–1912)
Walddunkle Donauberge Schaun träumend in das Land; Hier rud're sacht, mein Ferge, Der Ort hält mich gebannt.
Hier ragt ein Horst von Aaren, Der Ostmark alte Wehr: Die gute Bechelaren Des edlen Rüdiger.
Mir ist, durch ihre Rüstern Und alten Eichen dort Rauscht trauervolles Flüstern, Wie Nibelungenwort.
Das klagt: »O Zeit des Ruhmes, O Sieg im Völkerstreit, O Zeit des Heldentumes, Wie bist du weit, – wie weit!
Da war zu stolz, zu weichen Mein Volk der Überzahl: Hell von Germanenstreichen Scholl König Etzels Saal!
Wie scheuchte doch in Scharen Oft meiner Söhne Speer Der Hunnen und Awaren Raubgierig-wimmelnd Heer!
Und – mußten sie erliegen – Ruhmvoller war ihr Fall, Als ihrer Feinde Siegen: – – Wohin, wohin das all'?
Wir alten Donauberge Stehn trauerschwer und bang: Wir schaun den Sieg der Zwerge: – Wie lange noch – wie lang?«