German poem
Der Schulverein
by Felix Dahn (1834–1912)
»Der Schulverein, der Schulverein!« Was Wort ist fein gefunden: Wir alle wollen Schüler sein, Zu einer Schul' verbunden.
Die Schule heißt: das Vaterland, Das große, teure, ganze: Das Vaterland vom Bernsteinstrand Bis zu der Gletscher Glanze,
Und von der Adria Gebraus Bis an des Nordlands Thule: Wir lernen nun und nimmer aus In dieser großen Schule!
Wie Gold- und Erzklang nah und weit Erklingt seit grauen Tagen Der deutschen Sprache Herrlichkeit Und ist nicht auszusagen!
Das deutsche Volkstum ist ein Hort Von Gold und Erz und Eisen; Er wird sich: – schöpft nur fort und fort! – Als unausschöpfbar weisen.
Wir alle wollen Schüler sein, Die Jungen und die Alten, Doch was wir lernten, groß und klein, Nicht stumm für uns behalten:
Nein! Was wir lernten, lehren wir, Wir schöpfen, um zu spenden: Die heil'ge Aussaat mehren wir Mit nimmermüden Händen!
Und wer vergäße solcher Pflicht, Der sei verfemt im Lande, Der Deutsche, der kein Deutscher nicht – –, Des Name sei die Schande!
An unsrer Treue bricht die Flut Rings feindlicher Umtosung: »Sein Volk des Mannes höchstes Gut!« Ist unsre stolze Losung! – –