Versos German Felix Dahn König Alfreds Gesang

German poem

König Alfreds Gesang

by (1834–1912)

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Schlachtflüchtig sucht' ich den tiefsten Tann, Wo die Dornen zusammen wachsen: Ein müder, wunder, verzweifelter Mann Und – der König der Angelsachsen! –

Fest hielt ich den Grund vor dem Überdrang, Bis unter der Streitaxt Streichen Mir der Helm und der Schild und das Schwert zersprang: – Da sank ich für tot auf die Leichen. –

Und über den Strand blies Morgenwind: Der weckte mich scharf und schaurig: – Da wich ich zu Walde, von Stirnblut blind, Und zum Sterben matt und traurig. –

O, wie sie nun über mein Volk, mein Land, Hinwüten mit Feuer und Speeren: – Weh, Glockengeheul und Dörferbrand – Und ich kann es nicht wenden noch wehren!

Alditha, mein Weib, mit den Augen klar, Mit den süßen, den lallenden Kinden, Mit dem goldenen Herzen und goldenen Haar: – – Wann werd' ich dich wieder finden?

Ja, ich hab' es im Brausen der Wipfel erlauscht, Wann bitter mich brannte die Wunde, Wann die Tannen gesaust und die Brandung gerauscht, – Aufreiß' ich mein Volk vom Grunde!

Bei Aldithens Jammer gelob' ich's und schwör's: – Bei der Schande der dänischen Ketten: – Ich muß obsiegen – du Himmel, hör's! – Und mein Volk, ich muß es erretten!

Noch haus' ich wund in dem tiefsten Tann, Wo die Dornen zusammen wachsen: – Bald zieh ich gen London sieghaft hinan, Ich, der König der Angelsachsen!