Versos German Ferdinand Avenarius Vogelmette

German poem

Vogelmette

by (1856–1923)

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Dringt das erste Dämmerlicht Grüßend mir ans Bette, Hör’ ich vor den Fenstern dicht Eine Vogelmette.

Hell vom Platz vor meinem Haus, Wo die Sträucher ranken, Klingt es in die Stadt hinaus Wie ein kindlich Danken.

Leise da und dort erwacht, Erst ein Vogelseelchen, Und halb schlummernd noch und sacht Stimmen sich die Kehlchen.

„Guten Morgen!“ hör’ ich’s dann, „Fehlen denn auch keine?“ „Munter, Kinder, fangt nur an: Noch sind wir alleine!“

Und nun setzt es silbern ein, Keusch in jedem Klange, Vogelfröhlich, glockenrein, Frisch zum Morgensange.

Innig wie ein Kinderlied, Wie ein Märchen traulich, Daß es durch die Lüfte zieht Wundersam erbaulich.

Wie es schwillt und wogt und rollt Und zum Schöpfer schwebet – Bis das erste Sonnengold Um die Dächer webet,

Bis verschlafne Augen schwer Aus den Fenstern gucken, Und die ersten Tritte her Durch die Straßen spuken.Ferdinand Avenarius.