German poem
Einhundert neun und achtzigstes Sonett: [Nie lebt' auf seinem Dach so abgeschieden]
by Francesco Petrarca (1304–1374)
Nie lebt' auf seinem Dach so abgeschieden Ein Spatz, wie ich, kein Wild in dunklem Hage, Seit mir Ihr Antlitz fehlt, der nichts ich frage Nach andrer Sonn' und Augenlust hienieden. Nur immer Weinen gibt mir Freud' und Frieden; Speis' ist mir Gall' und Gift; das Lachen Klage; Des Himmels Bläue Dunkel; Nacht ist Plage; Das Bett ein hartes Schlachtgefild dem Müden. Der Schlaf ist, wie der Mensch ihn nennt, in Wahrheit Vater des Tod's, der freundlichen Gedanken Das Herz entzieht, die es dem Leben einen. Du einzig Land voll segensreicher Klarheit, Ihr grünen Ufer, schatt'ge Blüthenranken, Ihr habt mein Glück, – ich muß es fern beweinen!
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