German poem
Fünf und dreyßigstes Sonett: [Der in Thessalien einst es konnte wagen]
by Francesco Petrarca (1304–1374)
Der in Thessalien einst es konnte wagen, Mit Bürgerblute rings das Land zu färben, Weint', als von seines Tochtermannes Sterben Des Hauptes wohlbekannte Züg' ihm sagen; Und jener Hirt, der Goliath erschlagen, Seufzt der Empörung seines Sohns und Erben, Und weint dem Tode Sauls, dem schmachvoll herben; Drob wohl ein stolzer Berg mag bitter klagen. Doch ihr, die Mitleid nimmermehr bezwungen, Die Waff' und Schirm ihr immer habt bereitet Für Amors Bogen, der vergebens zielet; Ihr seht von Todesfahren mich umrungen, Und keine Thräne eurem Aug' entgleitet, Nur Zorn und Unmuth drinnen leuchtend spielet.
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