German poem
Zweyhundert neun und fünfzigstes Sonett: [O Thal du, voll von meinen Klagetönen]
by Francesco Petrarca (1304–1374)
O Thal du, voll von meinen Klagetönen, O Strom, den oftmahls meine Thränen schwellen, O Wild, o Vögel, und ihr Fisch' in Wellen, Um die sich hegend grüne Ufer dehnen! O Luft, heiter und warm, von meinem Stöhnen! O all' ihr süßen sonst, nun bittern Stellen! Hügel, mir Lust einst, nun des Grams Gesellen, Wohin mich Amor führt durch lang Gewöhnen! Die alten Formen find' ich allerwegen; Nicht ach! in mir, der, frohem Sinn enthoben, Ein Haus ich ward, endlose Trauer fassend. Von hier sah ich mein Glück; auf diesen Stegen Kehr' ich, zu sehn, von wo sie stieg nach oben, Auf Erden ihre schöne Hülle lassend.
More by Francesco Petrarca
- Zweyhundert fünf und vierzigstes Sonett: [Sennuccio, wenn du einsam auch im Leide]
- Zweyhundert fünf und zwanzigstes Sonett: [Das wilde Herz, das rauhe Widerstreben]
- Zweyhundert neun und achtzigstes Sonett: [Sie kehrt zum Herzen, ja sie wohnet drinnen]
- Zweyhundert neun und dreyßigstes Sonett: [Wie oft in süßer Einsamkeit mit Stöhnen]
- Zweyhundert neun und neunzigstes Sonett: [Vielleicht war vormahls süß der Liebe Leben, –]
- Zweyhundert neun und sechszigstes Sonett: [Die Nachtigall dort, die so zärtlich weinet]
- Zweyhundert neun und siebenzigstes Sonett: [Ist dies das Nest, dem Phönix ausersehen]
- Zweyhundert neun und vierzigstes Sonett: [Seh' ich mit goldnem Haar Auroren schweben]