Versos German Frank Wedekind Die tiefe Richtung

German poem

Die tiefe Richtung

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Endlich ist der große Tag gekommen, Schon ist das Vergangne schrecklich nah, Doch die Zukunft ist bereits verschwommen; Auch die Gegenwart ist nicht mehr da.

Gott und Mensch und Weltall sind verschwunden, Was einst sein wird, glüht im Morgenrot; Stille stehn die sonst so raschen Stunden, Und gestorben ist nun auch der Tod.

Aus dem Nichts entwickelt sich ein Grausen, Eine Donnerstimme ruft: »Ich bin!« ... Plötzlich jagt es mit Gewittersausen Durch den weiten öden Raum dahin.

Alles starrt beklommen rings im Kreise, Niemand blickt dem andern ins Gesicht; Aus den Tiefen stöhnet sterbend leise Eine Geisterstimme: »Ich bin nicht!« ...

Einem Mädchen nur aus hohem Norden Ist die Lösung wunderbar geglückt: Der Poet war Philosoph geworden Und der Philosoph verrückt.