German poem
Wenn man das Grab nicht kennt
Wenn man das Grab nicht kennt, in dem er Ruh erworben, Wen, Freunde, ängstet das? Ist er doch nicht gestorben! Er lebt in aller Herzen, aller Sinn Und schreitet jetzt durch unsre Reihen hin. Deshalb dem Lebenden, der sich am Dasein freute, Ihm sei kein leblos Totenopfer heute. Hebt auf das Glas, das Mut und Frohsinn gibt, Und sprecht, es leerend, wie ers selbst geliebt:
»Dem großen Meister in dem Reich der Töne, Der nie zu wenig tat und nie zu viel, Der stets erreicht, nie überschritt sein Ziel, Das mit ihm eins und einig war: das Schöne!«
More by Franz Grillparzer
- Wenn er auch eine nur ungenutzt ließ
- Wenn es missfällt, tut es um Halm mir leid, hum, hum!
- Wenn ich dich quäle, quäl ich mehr noch mich
- Wenn ihn befällt die Heldenrage
- Wenn Untergang bedroht so Reich als Haus
- Wenn, außer die an Gestalt dir mag vergleichbar erscheinen
- Wer hat nicht die Griechen gelesen
- Wer heut sich umsieht in der Runde