Versos German Frida Schanz Sommer

German poem

Sommer

by (1859–1944)

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Wie so schnell im Südwindhauch Sprang der Knospen zarte Hülle! Blüthenpracht und Duftesfülle Weht und webt um Baum und Strauch. Gestern, zitternd und verstohlen, Träumten Rosen und Violen Schlummernd noch im Kelchesgrün. Heut, auf leisbewegten Zweigen, Welch ein Prangen, welch ein Neigen, Welch ein Glühn und Farbensprühn!

Scheu verstummt vor all der Pracht Ist der Ruf der Nachtigallen In des Haines Säulenhallen. – Aber Falter über Nacht Lernten ihre goldbeschneiten, Feingewebten Schwingen breiten. – Auf der Lilie schlankem Schaft Brennt die reine, wundersame, Silberweiße Blüthenflamme, Dustgetränkt und märchenhaft.

Still ward in der Juniruh Auch dein Herz, du Mädchenblüthe, Das der Sehnsucht Weh durchglühte! Selig-still bist nun auch du! Mit der Nachtigallen Werben Mußte all dein Klagen sterben: Denn berauschend, süß und rein, Wie der Lilie keusches Prangen, Ist die Lieb dir aufgegangen In des Sommers Sonnenschein. Frida Schanz.