German poem
An denselben
by Friederike Kempner (1828–1904)
Den ersten Gruß am Morgen Empfing ich stets von Dir, Und Herz und Geist und Seele Lag in dem Ton zu mir.
Du wirst mir immer fehlen, Stets bange bleibt's nach Dir Du süßer Jakob, Kobusch Bleibst unvergessen hier.
Seit zweiundzwanzig Jahren Seit meiner Mutter Tod Warst Du mein treu' Gefährte In Freude, Schmerz und Noth!
Du bist nicht fortgewichen Von ihrem Totenbett Und warst Dein ganzes Leben Stets geistvoll, klug und nett.
Du wirst mir immer fehlen Stets bange bleibt's nach Dir Du süßer Jakob, Kobusch Bleibst unvergessen hier.
Und mehr warst Du beweinet, Als mancher Mensch vor Dir O, Koberle, o Jakob Bleibst unvergeßlich mir.
Eine Blume ist gebrochen, Hier für immerdar,— Und die edle Fürstin zählte Vierundzwanzig Jahr.
Wer des Lebens Glück gekostet, Und dann rasch entflieht, Kennt nicht seine Dissonanzen, Hörte nur sein Lied.
Und mich dünkt, in solcher Jugend Enden leichter sei, Wie die Töne leicht sich lösen Einer Melodei.
Nach dem Gesetz über die Pensionirung der Arbeiter.
Das Echo schall' es weit Es tagt Gerechtigkeit Es lauschet Menschlichkeit: Kommt eine bessere Zeit?
Ob Noth und Elend flieht Aus mächtigstem Gebiet. Es war ein Hohenzollernwort,— Und Kaiser Friedrich freut sich dort.
Welch' Schreckenstille herrschet hier, Bin ich allein, ich bin allein! Entsetzen, ach, ein Grauen schier Erfaßt mich, so allein zu sein.—
Du nahmst mir Viel, fast räthselhaft Ist des Geschickes Grausamkeit, Beeil dich, Mut, beeil dich, Kraft, Zu kürzen mir die öde Zeit.
Der Menschheit Traum—die Kunst—verhindert hin— Nichts als des Daseins anspruchsvoller Sinn! Doch halt, doch nein; das Größte ist bei Dir: Gott ist, ist überall, und ist auch hier.
Prall nicht an, prall nicht an, Steine giebt es überall, Und man kann, und man kann Haben einen bösen Fall;
Stoß nicht an, stoß nicht an, Böse Menschen giebt es viel, Und man kann, und man kann Kommen in ein böses Spiel;
Halt zurück, halt zurück Deine Meinung, deinen Blick Und die Klugheit, und das Glück Leiten weise dein Geschick.