Versos German Friedrich David Gräter An Göttinn Freya

German poem

An Göttinn Freya

by (1768–1830)

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Nicht aus leichtem Schaum geboren, Nicht vergänglich schön wie er, Nicht ein Spielwerk blinder Thoren, Nicht an Herz und Thaten leer, Nein, ein Bild von teutscher Treue, Das bist du, o Göttinn Freye!

Der dem Sturm und Meer gebietet, Göttliche, hat dich erzeugt, Und, die Berg und Flur behütet, An gesunder Brust gesäugt: Schon in deines Ursprungs Morgen Lag der Treue Keim verborgen.

Treue hat dich aufgezogen, Früh betratst du ihre Spur, Lagst auf Bergen oder Wogen An dem Busen der Natur, Sahst an Niord, sahst an Skaden Schon das Vorbild deiner Thaten.

Denn nur Lieb’ und Tugend knüpfte Ihren ewigtreuen Bund, Und in edlem Wechsel schlüpfte Bald auf Bergen, bald am Sund, Eintrachtsvoll und ohne Klage Jeder ihrer schönen Tage.

Gerne tauschten oft die Beyden Ihren Lieblingsaufenthalt, Niord nahm an Skadens Freuden Antheil gern auf Berg und Wald; Und die Jäg’rinn mit dem Bogen War ihm doppelt d’rum gewogen.

Gern vergaß auch sie der Triften Auf gesunder Berge Höh’n; Gern der Freud’, in Thal und Klüften Sich ein Wildpret auszuspähn; Hörte gern die süßen Töne Von dem stolzen Lied der Schwäne.

Nur daß in des Gatten Armen Ihr der Tag zu früh erschien, Daß die Täucher ohn’ Erbarmen Aus dem süßen Schlaf sie schrie’n, Kehrend von der See am Morgen, War die einz’ge ihrer Sorgen!

Und ein Pfand von solcher Tugend Freya, Göttliche, warst du! Brachtest deine schöne Jugend In dem Traum der Liebe zu, Und wardst dann ein Bild der Treue, Tugendhafte Göttinn, Freye!

Gräter.