German poem
Im October 1788
by Friedrich Gustav Schilling (1766–1839)
Daß du mein Auge wecktest zu diesem goldenen Lichte, daß mich dein Aether umfließt, daß ich zu deinem Aether hinauf einen Menschenblick richte, der ihn edler genießt, daß du einen unsterblichen Geist der dich, Göttliche denket, und in die schlagende Brust Gütige, mir des Schmerzens wohlthätige Warnung geschenke: und die belohnende Lust, Daß du des Geistes Gedanken, des Herzens Gefühle zu tönen mir ein Saitenspiel gabst, Kränze des Ruhms und das buhlende Glück deinen stolzeren Söhnen, mir ein Saitenspiel gabst, Daß dem trunkenen Sinn von hoher Begeistrung beflügelt, schöner das Leben sich mahlt, schöner in der Dichtung Crystall die Wahrheit sich spiegelt, heller die Dämmernde strahlt, Große Göttin, dafür soll, bis die Parzen mich federn, dieses Herzens Gefühl zarter Kindlichkeit voll in dankbarem Strale dir lodern, Soll aus dem goldenen Spiel unerschöpflich dein Preiß, erhabne Bildnerinn, fließen Soll dieser denkende Geist an dein mütterlich Herz mit reiner Umarmung sich schließen, bis der Tod sie zerreißt.
S.