German poem
Herbstgefühl
by Friedrich Hebbel (1813–1863)
Grünen, Blühen, Duften, Glänzen, Reichstes Leben ohne Gränzen, Alles steigernd, nirgends stockend, Selbst die kühnsten Wünsche lockend:
Ja, da kann ich wohl zerfließen, Aber nimmermehr genießen; Solche Flügel tragen weiter, Als zur nächsten Kirschbaum-Leiter.
Doch, wenn roth die Blätter fallen, Kühl die Nebelhauche wallen, Leis durchschauernd, nicht erfrischend, In den warmen Wind sich mischend:
Dann vom Endlos-Ungeheuren Flücht' ich gern zum Menschlich-Theuren, Und in einer ersten Traube Sieht die Frucht der Welt mein Glaube.