German poem
Hymne an den Genius Griechenlands
Jubel! Jubel Dir auf der Wolke! Erstgeborner Der hohen Natur! Aus Kronos Halle Schwebst du herab, Zu neuen, geheiligten Schöpfungen Hold und majestätisch herab.
Ha! bei der Unsterblichen, Die dich gebar, Dir gleichet keiner Unter den Brüdern, Den Völkerbeherrschern, Den Angebeteten allen!
Dir sang in der Wiege den Weihgesang Im blutenden Panzer die ernste Gefahr, Zu gerechtem Siege reichte den Stahl Die heilige Freiheit dir. Von Freude glühten, Von zaubrischer Liebe deine Schläfe, Die goldgelockten Schläfe.
Lange säumtest du unter den Göttern Und dachtest der kommenden Wunder. Vorüber schwebten wie silbern Gewölk Am liebenden Auge dir Die Geschlechter alle! Die seligen Geschlechter.
Im Angesichte der Götter Beschloß dein Mund, Auf Liebe dein Reich zu gründen. Da staunten die Himmlischen alle. Zu brüderlicher Umarmung, Neigte sein königlich Haupt Der Donnerer nieder zu dir. Du gründest auf Liebe dein Reich.
Du kommst und Orpheus Liebe Schwebet empor zum Auge der Welt Und Orpheus Liebe Wallet nieder zum Acheron. Du schwingest den Zauberstab, Und Aphroditäs Gürtel ersieht Der trunkene Mäonide. Ha! Mäonide! wie du! So liebte keiner, wie du; Die Erd und Ozean Und die Riesengeister, die Helden der Erde Umfaßte dein Herz! Und die Himmel und alle die Himmlischen Umfaßte dein Herz. Auch die Blumen, die Bien auf der Blume Umfaßte liebend dein Herz! –
Ach Ilion! Ilion! Wie jammertest, hohe Gefallene, du Im Blute der Kinder! Nun bist du getröstet, dir scholl Groß und warm wie sein Herz Des Mäoniden Lied.
Ha! bei der Unsterblichen, Die dich gebar, Dich, der du Orpheus Liebe, Der du schufest Homeros Gesang...