Versos German Friedrich Leopold zu Stolberg-Stolberg Die Freiheit

German poem

Die Freiheit

by (1750–1819)

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Freiheit! Der Höfling kennt den Gedanken nicht! Der Sklave! Ketten rasseln ihm Silberton! Gebeugt das Knie, gebeugt die Seele, Reicht er dem Joch den erschlafften Nacken!

Uns, uns ein hoher seelenverklärender Gedanke! Freiheit! Freiheit! wir fühlen dich! Du Wort, du Kraft, du Lohn von Gott uns! O! wo noch voller ins Herz der Helden

Dein Nektar strömte, jener, an deren Grab Nachwelten staunen; ström'! o entflamm' uns ganz! Denn sieh', in deutscher Sklaven Händen Rostet der Stahl, ist entnervt die Harfe!

Nur Freiheitsharf' ist Harfe des Vaterlands! Wer Freiheitsharfe schlägt, ist wie Nachtorkan Vor Donnerwettern! Donnre! Schlachtruf! Schwerter, fliegt auf, dem Gesandten Gottes!

Nur Freiheitsschwert ist Schwert für das Vaterland! Wer Freiheitsschwert hebt, flammt durch das Schlachtgewühl, Wie Blitz des Nachtsturms! Stürzt, Paläste! Stürze, Tyrann, dem Verderber Gottes!

O Namen! Namen! festlich, wie Siegsgesang! Tell! Hermann! Klopstock! Brutus! Timoleon! O ihr, wem freie Seele Gott gab, Flammend ins eherne Herz gegraben!