Versos German Friedrich Ludwig Wilhelm Meyer Königin Kobold

German poem

Königin Kobold

by (1758–1840)

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Königin Kobold. Bündische der Geisterstaaten, Nie gesehn und oft errathen, Mitternächtlich eingehüllet, Daß ihr euren Dienst erfüllet, Horchet, über Sumpf und Ried Ladet euch der Unken Lied. Reif zum Lohn und reif zu Strafen Seht des Staubes Töchter schlafen: Eilt darum auf sichern Wegen Ernstem Richteramt entgegen; Sind doch eurem Talisman Schloß und Riegel unterthan. Trefft ihr schmuzig Küch’ und Keller, Schlecht gescheuert Napf und Teller, Müßt aus ungebrauchtem Besen Schlanke Ruthen ihr erlesen: Die der Arbeit frech entsagt, Schmecke bald, wie Zucht behagt. Aber die sich nicht geleget Eh das Haus sie rein gefeget, Sollt ihr mit der Last versöhnen, Und im Kuß die Wange schönen: Ihres harten Lagers Raum Wandelt um in weichen Flaum! Zu den kommenden Geschäften Stärket sie mit frischen Kräften, Auch verleihet beim Entweichen Der Begünstigten ein Zeichen: Fährt ihr Fuß den Schuh hinein, Lieg’ ein blanker Groschen drein. Habt ihr dem Beruf genüget, Bös’ und Gutes rings verfüget, Soll die goldenste der Aehren Für uns alle Brod gewähren, Hält ein Halm den Thautrank frisch, Und ein Pilz baut unsern Tisch. Süsses Hirn der kleinen Meise, Schneckenmark ist unsre Speise, Wohlvertheilt auf Bohnenschalen, Gargekocht von Irrlichtsstrahlen: Dampft das liebliche Gericht, Neiden wir die Götter nicht. Sind die Gäste halb berauschet, Wird das Mahl mit Tanz vertauschet; Mücke, Flieg’ und Grille singen, Weil wir auf und nieder schwingen: Ob der Mond den Schein verlor, Leuchte Feuerwurm uns vor. Ungeknikt vom leichten Tritte Birgt kein Rasen Spur der Schritte, Doch das Thor von uns durchzogen Spiegelt sich im Regenbogen, Und der Kreis, den wir geweiht, Bleibt das Jahr von Frost befreit.