Versos German Friedrich Spee Nit straff mich Herr, in eyfermut

German poem

Nit straff mich Herr, in eyfermut

by (1591–1635)

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Nit straff mich Herr, in eyfermut Wan thust in zorn erbrinnen. Nit stürtze mich zur hellenglut, Was wolt ich sonst beginnen? Kom nur mit eil: mein wunden heil, Da wirst mich bald erfrewen: Sie stincken sehr; vnd faulen mehr: Mein thorheit mich thut rewen.

Groß wollthat hast erzeiget mir, Mit gnad hast mich gekrönet: Als ich war vntergangen schier, Hast mich mit dir versöhnet. Ey was mögt dan: mich kommen an, (: O wee muß ich nun klagen:) Das meinen Gott: hab gleich verspott, Vnd mich zur sünd geschlagen?

Weiß nit, was ich nun sagen soll, Als nur das gnad begere: Mein angesicht ist schanden voll, Ich wol in warheit schwere. Mach mich, O Herr, von sünden lär, Laß ab das alt geblüte, Von sünden mein: mich wasche rein. Es zimet deiner güte.

Wie scharlach, vnd wie rotes blut Von sünden bin geferbet: Nun spreng mich Herr mit Ysop gut, So wird all sünd verderbet. Schneeweiß vnd rein: als helffenbein, Wird ich dan wider werden, Ja, wie Crystall: klar vberall, Wunsch anders nichts auff Erden.

Laß glantzen mir dein angesicht, Laß mir dein augen scheinen: Die stralen von mir wende nicht, So bleib ich fast auff beinen. Solst wenden dich: müst fallen ich, Noch ietzt zu diser stunde; Ohn deine gunst: es wär vmbsonst; Gar müst ich gehn zu grunde.