German poem
Ein Gerichte
by Friedrich von Logau (1605–1655)
Ein Kläger kam und sprach: Herr Richter, ich bekenne, Beklagter soll mir thun, so viel als ich benenne. Der Richter sprach: So schau und gibs, Beklagter, hin, Daß du von Schulden los, und ich vom richten bin. Beklagter sprach: Ich kan zwar keine Schuld gestehen, Doch geb ich halbes hin, dem zancken zu entgehen. Wer besser richten kan, der richte drüber frey, Wer unter dreyen hier der Allerklügste sey.