German poem
Mailied (1)
by Friedrich von Matthisson (1761–1831)
Im Getön der Dorfschalmeie, Sinkt aus unbewölkter Bläue Sanft der Maimond nieder; Durch die grüngelokten Sträuche, Am beschilften Pappelteiche, Wirbeln Frühlingslieder!
Lieber Mai! mit Lustgesange, Und mit hellem Gläserklange Wollt' ich dich, begrüssen; Wollte, mit gehellten Bliken, Jedem seligen Entzüken Meine Brust entschliessen;
Aber eine trübe Stunde Hat, aus unsrem hohen Bunde, Damon uns entrissen! Ach! nun kann, mit Lustgesange Und mit hellem Gläserklange, Ich dich nicht begrüssen!