German poem
Klagen und Tröstung
by Friedrich Wilhelm Carové (1789–1852)
Schwarze Aeuglein, hell und klar, Sagt, was hab’ ich euch gethan, Daß ihr mich so schwer verwundet? – „Thöricht sprichst du ganz und gar; Schau uns nur noch länger an, Und du fühlst dich bald gesundet.“
Liebes Mündlein, rosenroth, Weißt du nicht, daß tiefen Schmerz Mir dein Lächeln stets bereitet? – „Stille doch von deiner Noth; Eitel Freude wird dem Herz, Was zuerst ihm schien verleidet.“
Süße Rede, sanft und mild, Schweig, ich bitte, sonst das Herz Muß in Liebe mir vergehen. – „Liebes Närrchen, werd’ nicht wild; Stirbt das Herz in Liebesschmerz, Wird in Lieb’ es auferstehen!“ – F. W. Carove.