German poem
An mein Buch
by Georg Rudolf Weckherlin (1584–1653)
Wol, büchlein, wilt du es ja wagen, so zeuch hinaus mit gutem mut, dan demnach dein gewissen gut, so gilt es gleich, was man wird sagen.
Demütig küssend zu begrüßen der großmächtigen göttin hand, soll dich misgunst und unverstand weder verhindern noch verdrießen.
Gefallen kanst du gar nicht allen, gefallen vilen, ist zu vil: hast also dein gewisses spil, daß du wirst wenigen gefallen.
Jedoch wie wenig diser seien, seind sie gnug, weil sie gut und from: und sie, bei denen du willkom, für unfall werden dich schon freien.
Wan du dan so wol aufgenommen für andern kämest auch herfür, so wollen frölich bald nach dir mehr schönere geschwistrigt kommen.
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