German poem
Herüber zog eine schwarze Nacht
by Georg Weerth (1822–1856)
2. „Herüber zog eine schwarze Nacht.“
Herüber zog eine schwarze Nacht. Die Föhren rauschten im Sturme; Es hat das Wetter wild zerkracht Die Kirche mit ihrem Thurme.
Zerschmettert das Kreuz; zerdrückt der Altar; Zermalmt das Gebein in den Särgen – Die gothischen Bögen wälzen sich Donnernd hinab von den Bergen.
Zum Dorfe stürzt sich Thurm und Chor Als wie zu einem Grabe – Da fährt entsetzt vom Lager empor Und spricht zur Mutter der Knabe:
„Ach Mutter, mir träumte einen Traum so schwer, „Das hat den Schlaf mir verdorben. „Ach Mutter, mir träumte, so eben wär’ „Der liebe Herr Gott gestorben.“