German poem
Das müde Kind
by Gerhard Tersteegen (1697–1769)
Ach Gott, es taugt doch draußen nicht, Man kommt um Ruh, um Kraft, um Licht; Ich brauch' zur Not Vernunft und Sinnen, Doch wohn' am liebsten bei dir drinnen.
Ich bin der schlechten Dinge satt; Man sieht, man hört, man denkt sich matt. Ach, Mutterherz, drein ich mich senke, Nimm ein dein Kindlein und es tränke!
Unschuldig-sanfter Liebesgrund, Ach laß mich in dir alle Stund' Hinfort nur eingesunken leben, Dir kindlich, meinem Gott, ankleben!
Mein schmachtend Herz sich offen hält Gleichwie ein ausgedorrtes Feld; Du Geistestau, du sanfter Regen, Erquicke mich mit Gnad' und Segen!