German poem
Uber ein brennend Hertz
by Gottfried Arnold (1665–1714)
Wenn nur mein Hertze brennend ist/ Da ich das Wort des Lebens fasse/ So weiß ich/ daß dus selber bist/ Des Vatters Wort/ das ich nicht lasse. Die Flamme deiner Liebe macht/ Daß ich mich immer höher schwinge: Und wenn ich deine Treu betracht/ Ein Liebes-Feur zum Opffer bringe. Die Flamm ist ja von dir entzündt/ Drum eilt sie zu dem Ursprung wieder/ Und wenn sie unterwegs dich findt/ So kehrt sie nie zur Erden nieder. O laß mich stille stehn und hören/ Wenn du willt in mein Hertz einkehren. Du ziehst allein bey denen ein/ Die dir im Grund gelassen seyn. Wie gerne wär ich doch in dieser Flamme rein!