German poem
Aufgegebene Liebeserklärung an Sophien
by Gottfried August Bürger (1747–1794)
Am Herzen, wie am Geist, längst dumpf, und stumpf, wie – Blei, Wähnt' ich – ein schlechtes Ziel! – vor Amors Pfeil mich – frei. Bekannt mit meinem Wert, an Leib und Seele – Fratze, Frißt, dacht' ich, wie ich bin, mich weder Hund noch – Katze. Ich würgt' an Vers und Reim, als steckt' im Hals ein – Pflock, Und langsam schlich mein Witz, wie Aarons Sünden- – Bock. Da, Fiekchen, tratst du auf, an Kraft ein Lebens- – Engel, Bewegtest zum Bimbam der Zunge trägen – Schwengel. Nun, däucht mir, komm' ich faßt von neuem in den – Schuß. Ganz fraß vielleicht der Wurm mich nicht zur tauben – Nuß. Ha! tränktest du mich nun mit deiner Liebe – Sprudel, So lernt' ich dein Apport noch wie der jüngste – Pudel. Dir spräng' ich übern Stock und tanzt' im bunten – Frack, Als Äffchen oder Bär, zum polnschen Dudel- – Sack.