German poem
Himmel und Erde
by Gottfried August Bürger (1747–1794)
In dem Himmel quillt die Fülle Heiß ersehnter Seligkeit. Ich auch, wär' es Gottes Wille, Tränke gern aus dieser Fülle Labsal für der Erde Leid;
Für den Wurm, der meiner Tage Rosenblüte giftig sticht; Dessen Schmerz ich in mir trage, Den ich Arzt und Priester klage: Aber ach! das hilft mir nicht.
Längst sind über Thal und Hügel Alle Freuden mir entflohn. Lahm sind meiner Hoffnung Flügel. Rauher Hindernisse Hügel Sprechen selbst den Wünschen Hohn. –
Dennoch setzt' ich auch auf Erden Gern noch fort den Pilgerstab. Sollte Molly mir nur werden, Trüg' ich aller Welt Beschwerden Noch den längsten Pfad hinab.