German poem
Mein frommes Mädchen –
by Gottfried August Bürger (1747–1794)
Mein frommes Mädchen ängstigt sich, Wenn ich zu viel verlange. Die Angst der Armen macht, dass ich Von Herzen mit erbange.
Schwebt unversucht alsdann vor mir Der Wollust süsse Angel, So härmt sie sich noch ärger schier Und wähnet Liebesmangel.
So, hier und dort gebracht in Drang, Ersticken unsre Freuden. O Liebe, löse diesen Zwang An einem von uns beiden!
Gieb, dass sie mich an Herz und Sinn Zum Heiligen bekehre, Wo nicht, dass sie als Sünderin Des Sünders Wunsch erhöre!