German poem
Das Köhlerweib ist trunken
by Gottfried Keller (1819–1890)
Das Köhlerweib ist trunken Und singt im Wald; Hört, wie die Stimme gellend Im Grünen hallt!
Sie war die schönste Blume, Berühmt im Land; Es warben Reich' und Arme Um ihre Hand.
Sie trat in Gürtelketten So stolz einher; Den Bräutigam zu wählen Fiel ihr zu schwer.
Da hat sie überlistet Der rote Wein – Wie müssen alle Dinge Vergänglich sein!
Das Köhlerweib ist trunken Und singt im Wald; Wie durch die Dämmrung gellend Ihr Lied erschallt!