Versos German Gottfried Keller Jesuitenzug

German poem

Jesuitenzug

by (1819–1890)

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Hussa! hussa! die Hatz geht los! Es kommt geritten klein und groß, Das springt und purzelt gar behend, Das kreischt und zetert ohne End: Sie kommen, die Jesuiten!

Da reiten sie auf Schlängelein Und hintendrein auf Drach und Schwein; Was das für muntre Bursche sind! Wohl graut im Mutterleib dem Kind: Sie kommen, die Jesuiten!

Hu, wie das krabbelt, kneipt und kriecht, Pfui, wie's so infernalisch riecht! Jetzt fahre hin, du gute Ruh! Geh, Grete, mach das Fenster zu: Sie kommen, die Jesuiten!

»Gewissen, Ehr und Treue nehmt Dem Mann und macht ihn ausverschämt, Und seines Weibes Unterrock Hängt ihm als Fahne an den Stock: Wir kommen, die Jesuiten!«

Von Kreuz und Fahne angeführt, Den Giftsack hinten aufgeschnürt, Der Fanatismus ist Profoß, Die Dummheit folgt als Betteltroß: Sie kommen, die Jesuiten!

»Wir nisten uns im Niederleib Wie Maden ein bei Mann und Weib, Und was ein Schwein erfinden kann, Das bringen wir an Weib und Mann: Wir kommen, die Jesuiten!«

O gutes Land, du schöne Braut, Du wirst dem Teufel angetraut! Ja, weine nur, du armes Kind! Vom Gotthard weht ein schlimmer Wind: Sie kommen, die Jesuiten!