Versos German Gottfried Keller Krötensage

German poem

Krötensage

by (1819–1890)

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Des Berges alte Wangen sind Von Maiensonne beschienen; Sie lächeln unter Quellenglanz, Die Schilfe, die Farren ergrünen.

Die Kröte springt aus dem Kieselstein, Ein Hirt hat ihn zerschlagen; Sie schaut verdrossen die Scherben an, Und sie beginnt zu sagen:

»Viel tausend Jahre bin ich alt Samt diesem Futterale! Es schob vom hohen Felsgebirg Allmählich mit mir zu Tale.

Doch manchmal in der Wasser Sturz Sind wir gewaltig gesprungen; Dann hat's um meine dunkle Klausur Gesungen und geklungen.

Und wie mir ist – ich weiß es nicht, Noch was ich getrieben indessen; Ich hab im mindesten nichts gelernt Und hatte nicht viel zu vergessen.

Ein warmer Regen, ein grünes Kraut Nur konnten mir behagen; Sie liegen mir fort und fort im Sinn Aus fernen Jugendtagen.

So hab ich ein langweilig Stück Unsterblichkeit erworben; Hätt ich getrunken lebendige Luft, Längst wär ich vernünftig gestorben.«