German poem
Was ist das für ein Schrein und Peitschenknallen
by Gottfried Keller (1819–1890)
Was ist das für ein Schrein und Peitschenknallen? Die Fenster zittern von der Hufen Klang; Zwölf Rosse keuchen an dem straffen Strang, Und Fuhrmannsflüche durch die Gasse schallen.
Der auf den freien Bergen ist gefallen, Dem toten Waldeskönig gilt der Drang; Da schleppen sie, wohl dreißig Ellen lang, Die Rieseneiche durch die dumpfen Hallen.
Der Zug hält unter meinem Fenster an, Denn es gebricht zum Wenden ihm an Raum; Verwundert drängt der Pöbel sich heran
Und weidet sich an der gebrochnen Kraft; Da liegt entkrönt der stille, tote Baum, Aus seinen Wunden fließt der frische Saft.