German poem
Wie ich fahr in stiller Nacht
by Gottfried Keller (1819–1890)
Wie ich fahr in stiller Nacht Auf den Silberwellen, Fängt mein Weh mit aller Macht Wieder an zu schwellen.
Sieben Jahre sind dahin, Sind dahingeschwunden – Und noch immer glühn und blühn Meine alten Wunden!
Fast klingt es wie bittrer Hohn, Ich sei jung an Jahren: Da so lang die Liebste schon Mir dahingefahren!
Wohl ergeh es, Engel, dir! Werde licht und lichter! Ach! dein Knabe wurde hier Unterdes ein Dichter –
Muß nun reimen früh und spat Um sein täglich Leben! – Willst du einen guten Rat Dann und wann ihm geben?