German poem
Todesfeier der im Kampfe fürs Vaterland gefallenen freiwilligen Krieger
by Gotthold Friedrich Stäudlin (1758–1796)
Todesfeier
der im Kampfe fürs Vaterland
gefallenen freiwilligen Krieger.
Heil den Helden! Heil euch allen, Die im Todeskampf gefallen, Heil und ewig hoher Ruhm! Wo die tapfern Sparter wallen, Bei Thermopylä gefallen, Wallt ihr in Elysium.
Jauchzend flog auf Sonnenwegen Euerm Bruderkuß entgegen Längst verklärter Helden Geist, Jauchzend in der Strahlenkrone Des Verdienstes, die Katone, Jauchzend Hermann, Tell und Kleist!
Unter jubelvollen Psalmen, Reichten sie die Siegespalmen, Die Heroen jenseits blüh’n, Und von Pindars goldner Leier Rauschten euch zur Todtenfeier Hymnen durch die Himmel hin.
Göttlich, sang er, ist’s, sein Leben Für das Vaterland zu geben. Selig, selig ist der Held, Der erkämpft mit kühnem Muthe, Der erkauft mit seinem Blute, Segen für die Enkelwelt!
Denn, das Schwerdt in starker Rechte, Stürztet ihr zum Mordgefechte, Jungen Löwen gleich, heran! Trotz dem Donner der Geschütze Stürmtet ihr zum Felsensitze Tapfrer Feinde keck hinan.
Blutend von des Eisens Spitze, – Mit des Busens offner Ritze, – Kämpftet ihr noch Mann für Mann. Ganze Reihen sanken nieder, Ueber Leichen eurer Brüder Bracht ihr euch die Siegesbahn.
Darum Heil und Dank euch allen, Die im Todeskampf gefallen, Heil und Dank und Gotteslohn! Glorreich habt ihr euch gebettet, Und das Vaterland gerettet, Und zerknirscht des Feindes Droh’n.
Da, wo euer Blut geflossen, Wird der Frühling schöner sprossen, Werden mild’re Lüfte weh’n. Süß durchschauert vom Entzücken, Hohe Gluth in trunknen Blicken, Wird dort oft ein Wandrer steh’n.
Und, als wie von Himmelshöhen, Wird ihn Kraftgefühl umwehen, Fühlt er einen Held sich schon. Dort wird er den Schwur erneuen, Sich dem Vaterland zu weihen, Göttlich, wie Timoleon.
Unter sanften Wonnezähren Werden gute Mütter lehren Zarten Söhnen euern Tod. Eures Heldensinnes Erben Werden mit der Loosung sterben: Auf zum Sieg! Mit uns ist Gott!
G. Fr. Stäudlin.