German poem
Der Frühling
by Gustav Schwab (1792–1850)
Hörst du der Nachtigallen, Der Schwalben Lied erschallen? Sie fangen an zu klingen, Den schönen Lenz zu singen; Und lind um ihre Lieder Schwingt Zephyr sein Gefieder, Ganz leise, leise, süße, Nach haucht er ihre Grüße. Mit abgemeßnem Schritte Fährt durch des Aethers Mitte, Von Tagen hin zu Tagen, Der Sonne Flaumenwagen: Mit leuchtender Geberde Lacht unter ihr die Erde, Zeigt ihrer Schönheit Fülle Den Augen ohne Hülle. Die grünen Wiesen blühen, Die Blumengärten glühen; In ihrer Kelche Wiegen Kommt Eros sich zu schmiegen. Mein Lieb! warum noch säumen, Auf nach den Blüthenräumen Den Eros dort erkundet In seiner Lust gesundet!