Versos German Gustav Schwab Die Feien des Ursulenberges

German poem

Die Feien des Ursulenberges

by (1792–1850)

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Wenn die Nebel Schleier weben Um Gebirg und Flur, Regt in der Natur Sich ein andres Leben.

Aus den Blumen, die sich neigen In der Erde Kluft Vor des Winters Luft, Ihre Seelen steigen.

Anzuschaun wie zarte Weiber Schweben sie heraus Aus des Berges Haus, Jungfräuliche Leiber.

Mit dem Blau der Genziane, Mit der Lilie Glanz, Mit des Rosenbrands Gluten angethane;

Flattern, wenn sie Lichter sehen, In die Hütten, wo Spinnerinnen froh Seidne Fäden drehen.

Setzen an der Mägde Kunkel, Luft'ge Gäste, sich, Spinnen emsiglich Durch der Nächte Dunkel.

Und von ihren Lippen wallen Worte leicht und leis, Goldner Sagen Preis, Die behagen Allen:

Von des Berges tiefen Spalten, Wo in ew'ger Nacht In dem kühlen Schacht Blumen Hochzeit halten;

Von der Erdengeister Treiben, Fürstlichem Geschlecht, Und von Gnom und Knecht, Und von Wasserweiben.

Und die Spindel rollet Allen Lustig durch die Hand, Bis daß an der Wand Morgenlichter wallen.

Da entschlüpfen schnell die Frauen: An des Bergs Gestein Sind die sel'gen Fei'n Nebeln gleich zu schauen.

Doch der Flachs ist abgesponnen, Und die Spindel ruht, Und ein zehnfach Gut Jede hat gewonnen.