German poem
Von jener Weisheit, die vor Gottes Thronen
by Gustav Schwab (1792–1850)
Von jener Weisheit, die vor Gottes Thronen Verständig, heilig, einig, mannichfaltig, Rein, freundlich, sanft und klar und doch gewaltig, Von Anbeginn mitschöpfend durfte wohnen:
Von ihr, die alldurchleuchtend Millionen Von Sternenheeren tränkt und vielgestaltig In allem Dinge wirket, lebenshaltig, Und, wen sie liebt, will überschwenglich lohnen:
Von ihr hast du nicht bloß des Namens Schöne, Der deinem holden Wesen ruft, bekommen, An ihres Geistes Stral bist du zu kennen;
Und wenn der seligste der Erdensöhne Dir in die Augen schaut, die tiefen, frommen, Fühlt er, daß man Sophia muß dich nennen.