German poem
Truppeneinzug nach dem Manöver
by Hanns von Gumppenberg (1866–1928)
Wer kommt? wer? Sie ziehen daher, Sie rücken ein Durchs Brandenburger Thor herein – Hurra! dreizehn Regimenter, Lauter Herrgottsakermenter, Eins zwei, eins zwei, Schritt und Tritt! Allpreußenherzen marschieren mit. Hut ab! Hurra ohne End’ – Vivat hoch das Leibregiment!
Füsiliere, Grenadiere, Kavallerie dann – schöne Thiere! Leutenants von Itzenplitz Grüßen mit der Sporenspitz’. Vierundzwanziger, Fünfundzwanziger, Meckelnburger, Hamburger, Danziger, Zweiunddreißiger, Dreiunddreißiger – Vierunddreißiger waren noch fleißiger, Schwitzten im Sande tapfer und brav, Einen sogar der Hitzschlag traf – Haben wir’s nicht gestern gelesen? Aber die Andern, die sind genesen. – Hunderttausend auf Zehenspitzen Spähen nach den Itzenplitzen.
Wer kommt? wer? Achtziger, Neunundneunziger, Uckermärker – Die sind noch stärker! Knoten und Knüppel – Conferantur: Schanzen von Düppel! Lösten sich ewig von jeder Sünde Bei Fohlenkoppel und Angermünde.
Wer kommt jetzt? – ’samster Diener – Hurra! das sind die Berliner! Werfen die Beine federleicht, Tragen den Schnurrbart „es ist erreicht“, Und dazu noch Veilchensträuße – Schnell den Berlinern eine Weiße!
Was! noch immer wehen die Tücher? Ja freilich! jetzt kommen die Oderbrücher! Keine Verknatt’rer und Pulververschlemmer, Lauter treffsichere Eisenhämmer, Durchgedrückt die Knochen am Knie Für Preußens Größe, pour la patrie!
Und zuletzt? ich habe die Ehre! Da sind noch die Herren Ingenieure Zwischen rothen und todten Husaren, Wumdibumpauken und Kraftfanfaren. Halt!! Vor des alten Fritzens Erzgestalt.
Aber der dreht im Sattel sich um: „Merci, Messieurs! das ist mir zu dumm.“
nach Theodor Fontane