German poem
Mandolinenklänge
by Hans Bötticher (1883–1934)
Hör ich der Mandoline Klänge Ist mir’s, als sähe ich eine der süßen, Netten Grisetten Freundlich mich grüßen. Kirschen trägt sie als Ohrgehänge. Barfuß kommt sie und lacht und lacht, Schüttelt kindisch die blonde Mähne Und zeigt dabei ihrer Zähne Zartschneeige Pracht. Und dann Dreht sie sich um und läuft, was sie kann Den wirren, langen, Steinigen Zickzackweg zurück, Den mein Leben gegangen, Sammelt dabei die paar verstreuten Freundlichen Blumen, die mich erfreuten, Bis sie ein buntes Dutzend gefunden. Die bringt sie mir zierlich gebunden. Ich aber küsse die Kleine, Küsse die Blumen und lache und weine Bis alles verschwunden Und die Mandoline schweigt.