Versos German Harbert Harberts Ich sah noch nie ein Augenpaar

German poem

Ich sah noch nie ein Augenpaar

by (1846–1895)

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Ich sah noch nie ein Augenpaar Wie dein’s, mein Kind, so hell und klar, So ungetrübt von jedem Weh, So unergründlich wie die See.

So still auch wie die blaue Fluth, Die schlummernd dir zu Füßen ruht Und nur sich leise rauschend regt, Wenn träumend sie der Wind bewegt,

Das ist noch immer Frühlingswind! Er weht so lau, er weht so lind, Doch kommt der Herbst, so schwillt er an Und wird zum Sturme, zum Orcan.

Die See wird schwarz, die See wird wild, Des wüsten Lebens treues Bild, Und wühlt empor, was abgrundtief In sanfter Ruhe lag und schlief.

Zumeist auch ist es schwarz und wild, Was aus der Tiefe aufwärts quillt, Nur selten wirft der Wogen Braus Muscheln mit blanken Perlen aus. –

O liebes Kind, dein Augenpaar Schwebt täglich, stündlich in Gefahr; O wahre seine stille Pracht, Der Sturm ist da, eh’ du’s gedacht!

Helgoland.Harbert Harberts.