German poem
Der Wurstmacher von Duisburg
by Heinrich Kämpchen (1847–1912)
(Frei nach Wilhelm Müller: „Der Glockenguß zu Breslau“.)
War da ein Metzgermeister Zu Duisburg in der Stadt, Ein ehrenwerter Krauter, Gewandt in Rat und Tat.
Der hatte schon geschlachtet Viel’ Kälber, groß und klein, Viel’ Kühe und viel’ Bullen Und manches fette Schwein.
Auch in der Wurstbereitung War unser Mann probat, Im Mett- und Blut- und Zungen- Und Knackwurst-Fabrikat. –
Doch aller Würste Krone, Die er bereitet hat, Das ist die Wurst vom Kalbe Zu Duisburg in der Stadt. –
Vom „ungebor’nen“ Kalbe, Ganz trefflich präpariert, Und aus dem Russenlande Im Darm uns zugeführt. –
Die war so zart und lieblich, So lecker und pikant – Ein Würstchen wie geschaffen Zum Essen aus der Hand.
Amerika, das blähet Sich oft gewaltig auf, Gottlob, daß jetzt von Duisburg Ihm kommt die Antwort drauf. –
Hier hat ein „wack’rer“ Meister Die „deutsche Kunst“ gepflegt – Wie schade, daß dem Manne Das Handwerk ist gelegt. –