Versos German Heinrich Kämpchen Waldtragödie

German poem

Waldtragödie

by (1847–1912)

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Die Mondessichel blinkt im letzten Strahl, Da zieht ein Rudel Hirsche durch das Tal Dem Walde zu, mit wachsamer Geberde, Ein Vierzehnender hat die Hut der Herde. –

Jetzt stutzt der Hirsch – und sichert scharf und lang’ Zum dunklen Dickicht an dem Bergeshang – Es ist der Paß – er muß ihn überschreiten, Das Rudel wieder in den Wald zu leiten. –

Die liebste Hinde schoß man dort ihm tot Vor Jahresfrist beim ersten Morgenrot – So mußte sie ihr frühes Ende finden, Noch kann’s der stolze Recke nicht verwinden. –

Und wieder stutzt der Hirsch – und dann ein Satz Und Blitz und Knall – gesäubert ist der Platz – Das ganze Rudel ist versprengt, zerstoben, Nur er, der Stolze, hat sich nicht erhoben. –

Vor’m Jahr ward hier die Hinde sein gefällt, Nun hat die Kugel ihm das Herz zerspelt – Was schleicht heran dort, wie ein grauer Schatten? Der Wildschütz ist’s – die Jagd ging gut von statten.