Versos German Heinrich Mühlpfort ASterie / ich bin gebunden

German poem

ASterie / ich bin gebunden

by (1639–1681)

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ASterie / ich bin gebunden / Und zwar durch nichts als einen kuß / Den kuß der macht mir seelen-wunden / So / daß ich tödtlich krancken muß. Ich werd entzücket Durch einen mund / Und auch berücket / Daß von der stund Ich nicht gesund.

Entdecke mir doch / was das küssen In seinem rechten ursprung sey; Wenn sich die geister in sich schliessen Durch so verliebte zauberey / Und sich verschrenken In schneller eil? Wer kan gedencken / Was vor ein theil Der küsse pfeil?

Dein mund der ist mein wollust-keller / Worinn sich offt berauscht die seel; Ich achte nicht den muscateller / Wann nur in der corallen-höl Die seele weidet Nebst deinem geist / Der nicht eh' scheidet Und von mir reist / Biß ich gespeist.

Asterie / laß deine lippen Mir nur nicht harte felsen seyn; Ein schiffer flieh't sonst hohe klippen / Bey dir lauff ich im hafen ein. Dein kuß der bleibet Mein lust-magnet / Zu dem mich treibet / Die treu / so steht / Und nicht vergeht.

Hastu von mir was mehr empfunden / Als den verschrenckten lippen-rausch? Hat lieb und treu ein garn gewunden / So schöner als der rosen-strauch; So magstu glauben / Daß ich kein schnee / Und daß mit schrauben Im hertzen steh Asterie.