German poem
Sonnenaufgang
by Hermann Conradi (1862–1890)
Heim komm' ich taumelnd vom Geschwelg' – Es ist ums Morgendämmern – Bei des Weines blutrot blitzendem Kelch Hab' ich geschlemmt mit Schlemmern ...
Hab' ich geschlemmt die lange Nacht, Bis der Tag verträumt hob die Lider, – Bis das Frührot purpurne Garben warf Auf der Erde steinerne Glieder ...
Mein Haupt ist wüst – meine Stirne brennt – Da pocht's an das Tor meiner Seele: Ein Fuder Dreck! Ich mache auf ... Nun Schätzchen? ... »Ich heiße Adele ...«
Du wohnst? ... Da trifft mein verwachtes Gesicht Der Morgensonne Erblitzen – Und meine Seele fliegt ihr zu Aus irdischen Sündenpfützen ...